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Die Franziskanische Gemeinschaft

VogelpredigtDie Franziskanische Gemeinschaft, die den offiziellen kirchlichen Namen “Ordo Franciscanum Saecularis” (OFS, übersetzt “weltlicher franziskanischer Orden”) hat, ist der Laienzweig der franziskanischen Bewegung. Ihr gehören Menschen an, die in ihrer bürgerlichen Lebensform, ihrer jeweiligen Familiensituation und ihrem Beruf die franziskanischen Ideale leben wollen.

Die Zugehörigkeit zur Franziskanischen Gemeinschaft bedeutet für die Mitglieder nach Taufe und Firmung, die sie mit allen anderen katholischen Christen gemeinsam haben, noch einmal eine bewusste Entscheidung für eine persönliche Nachfolge Jesu, für ein Leben nach dem Evangelium, das durch das Beispiel des heiligen Franziskus inspiriert ist.

Ortsgruppen des OFS existieren auf der ganzen Welt. In diesen Gruppen treffen sich die Mitglieder regelmäßig zum Gebet und zum Gespräch über Glauben und Leben. Wenn möglich setzen sie sich im Dienst an leidenden und benachteiligten Menschen ein und engagieren sich für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

Eigentliches Ziel des Lebens in der Franziskanischen Gemeinschaft ist die Übersetzung der franziskanischen Spiritualität in die je eigene Lebenswirklichkeit. Beruf, Familienleben und überhaupt alle Lebensbereiche sollen aus dem Geist der Hilfsbereitschaft, Bescheidenheit, und der Solidarität mit den Schwächeren gestaltet werden. Besitz soll nicht als Recht, sondern als Verpflichtung zum Wohl der Gemeinschaft betrachtet werden.

Es liegt auf der Hand, dass man zu diesem Ziel immer nur auf dem Weg sein kann. Vieles bleibt halbherzig, die persönlichen Schwächen und Fehler können natürlich nicht einfach abgeschaltet werden. Franziskaner wissen sich aber auch im Scheitern von Gottes Liebe getragen und bemühen sich immer wieder um einen neuen Anfang, der vielleicht zunächst auch nur ganz unspektakulär ist.

Franziskanische Spiritualität entfaltet sich immer im Rahmen der Gesamtkirche, deshalb bilden die Gruppen keine isolierten Fremdkörper, sondern arbeiten in den Pfarrgemeinden mit. Die Mitarbeit ist geprägt von dem Wunsch zur Erneuerung der Kirche und einer tiefen persönlichen Verbundenheit mit Jesus Christus.

Die Ziele und Leitlinien eines Lebens in der Franziskanischen Gemeinschaft sind in der Ordensregel des OFS formuliert. In schlichter und klarer Sprache werden die verschiedenen Aspekte franziskanischer Spiritualität und ihre Bedeutung für das Leben der Laienfranziskaner formuliert. Dabei wird Rücksicht auf die sehr unterschiedlichen Lebensumstände der Mitglieder genommen. Die Regel reglementiert also nicht das Alltagsleben, sondern sie inspiriert und setzt Ziele. Nach einer zweijährigen Vorbereitungszeit kann ein Versprechen zur Beachtung der Regel und zur lebenslangen Mitgliedschaft in der Franziskanischen Gemeinschaft abgelegt werden.

Der weltweite OFS ist von der Basis her demokratisch aufgebaut. Die Ortsgemeinden wählen ihre Vorstände, diese bestimmen Provinz- und Nationalvorstände. In regelmäßigen Abständen trifft sich der internationale Rat, der über Fragen berät, die den OFS als ganzen angehen.

Die Gemeinschaft mit der Gesamtheit des Franziskanerordens besteht durch die sogenannte geistliche Assisstenz. Zu jeder örtlichen Gemeinschaft  kommt ein Bruder oder Priester aus einem der Zweige des ersten Ordens, der spirituelle Impulse gibt und sich mit dem Vorstand berät.

Wer mehr über den OFS und das Leben als Laienfranziskaner erfahren will, kann sich auf folgenden Internetseiten weiter informieren:

    ofs.de ist die Webseite der deutschen  FG

    ciofs.org ist die Internetadresse des internationalen Rate der Franziskanischen Gemeinschaft. Die Sprachen sind hier Englisch, Spanisch und Französisch.

Matthias Petzold (Oktober 2000)
 

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