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Petzold/Kirberg/Imhorst

Matthias Petzold; Nils Imhorst; Thiemo Kirberg


In ihrem Trio widmen sich die drei Jazzmusiker Matthias Petzold (Saxophone, Cello), Thiemo Kirberg (Gitarre) und Nils Imhorst (Kontrabass) der Kirchenmusik im weiteren Sinne. Die kammermusikalische Triobesetzung mit ihrem Verzicht auf elektronische Effekte fügt sich mühelos in den Kirchenraum und seine besondere Akustik ein. Die Auswahl der Kompositionen hat zwei inhaltliche Schwerpunkte, die auf unterschiedliche Art die Verbindung von Jazz- und Improvisationsmusik zur christlichen Spiritualität deutlich machen
 

Franziskusinventionen

Die Franziskusinventionen sind eine Reihe von Kompositionen, in denen der Komponist Matthias Petzold auf wichtige Lebensstationen des Heiligen Bezug nimmt. (Eine kleine Biographie von Franziskus finden Sie hier ). Zu jedem Stück gehört ein kurzer Text, der die Geschichte vorstellt. Die Kompositionen erzählen dann nicht als Programmusik das Geschehen nach, sondern greifen die spezifische Stimmung, oder, wie Franziskus vielleicht sagen würde, den “Duft” einer Situation auf, und bringen sie als ganzes zum Klingen. So gibt es z.B. die Kompositionen “Portiuncula - der Geist des Anfangens”; “San Damiano - baue auf, was zerfällt”; “Vogelpredigt”.

Die persönliche Verbindung des Komponisten zu dieser Thematik ergibt sich aus seiner langjährigen Zugehörigkeit zur Franziskanischen Gemeinschaft (OFS), dem Laienzweig der Franziskanischen Familie. Die von Franziskus ausgehende Kreativität und Spontanität steht für Petzold gerade einer improvisatorischen Musikform wie dem Jazz besonders nahe.

Im Oktober 2003 wurden die Franziskusinventionen aufgenommen und als CD veröffentlicht (Indigo-Records 1006 CD)

 

Come Sunday - Spirituelle Musik im Jazz

Der zweite Programmschwerpunkt bringt in Erinnerung, dass der Jazz in christlicher Musik, nämlich der Gospelmusik der schwarzen Gemeinden Nordamerikas, eine seiner Wurzeln hat.

Wesentliche Musiker der Jazzgeschichte wie Duke Ellington oder Charles Mingus haben ganz bewusst aus dieser Quelle geschöpft, und spirituelle Kompositionen von zeitloser Gültigkeit geschaffen. Als sich in den 60er Jahren der Horizont der Jazzmusiker hin zu den Musikkulturen Asiens und Afrikas erweiterte, kamen auch neue geistige Einflüsse in den Jazz, wie sie sich z.B. in John Coltranes “A Love Supreme” äußern.

Das Trio deutet die Kompositionen nicht um, sondern spielt sie aus dem Geist der jeweiligen Komponisten heraus. Kleine Einführungen erläutern den Entstehungszusammenhang der Stücke. (Wer weiß z. B., was der Titel von Charles Mingus` berühmtem Stück “Goodbye Pork Pie Hat” bedeutet? Etwa: Auf wiedersehen Schweinefleischpastetenhut?). Die Musiker machen so ein wesentliches Stück sowohl der Jazzgeschichte als auch der Kirchengeschichte lebendig, und geben gleichzeitig kulturelle Impulse für die Situation der Kirche heute.

Die Konzerttermine der nächsten Zeit finden Sie unter Aktuelles .


Musikbeispiele:

  Franz und Klara - Zwei Linien       Alverna

  Il Canto di Sole                    

 


Pressestimmen:

“Dabei wurde das Trio dem Ziel, ... eine Geisteshaltung auszudrücken, voll gerecht. Zu verdanken war das nicht nur den melodischen, abwechslungsreichen Stücken, die einmal mehr von Petzolds Vielschichtigkeit und kompositorischer Originalität zeugten...  Gitarrist Thiemo Kirberg und Nils Imhorst am Kontrabass spielten selbstvergessen und zugleich hochkonzentriert, dabei technisch blitzsauber und perfekt aufeinander abgestimmt. Der Komponist selbsst profilierte sich mühelos auch als virtuoser Sopran- und Tenorsaxophonist und am Cello.” (Kölnische Rundschau 9. März 2004)

“Ganz gegen alle vorurteilsbesetzte Erwartung ging man nicht pastoral und meditativ zu Werk, ein luftiger Swing wehte durch den Saal... Ein vielfarbiges Spektrum, in dem die Akteure nie den Bezug zum traditionell leicht unterkühlten Mainstream des Jazz verloren. So fand man sich nach einer kurzen Stunde innerlich erfrischt zurück in tropischer Hitze.”
(Kölnische Rundschau 18. Juli 2003)

“In unbeschwert heiteren Tönen drückte sich das entbehrungsreiche, aber erfüllte Leben des Begründers der Franziskanischen Glaubensgemeinschaft aus. Erstaunlich war das spontane Zusammenspiel bei der Umsetzung der Kompositionen.”
(Kölner Stadtanzeiger 15. Juli 2003)

“... Rund hundert Zuhörer tauschten den gemütlichen Fernsehsessel mit der harten Kirchenbank, um sich von Matthias Petzold, Thiemo Kirberg und Nils Imhorst in die spannende Jazzwelt entführen zu lassen. Kompositionen von Petzold mischten sich mit Altbekanntem, aber hier in klanglicher Neuauflage gespieltem, zum Beispiel der impressionistisch geprägten Musik eines Duke Ellington oder den freieren Klängen des Charles Mingus... Nach diesem Abend gibt es bestimmt ein paar Jazzfans mehr auf der Welt.” (Tageszeitung Ahaus 15. Oktober 2002)

 

Matthias Petzold studierte Saxophon am Jazzseminar der Musikhochschule Köln. Er spielte in verschiedenen Ensembles mit einer breiten Palette an Stilrichtungen und leitet seit 1991 eigene Bands. Er komponierte zahlreiche Stücke für unterschiedliche Besetzungen, darunter Septett, Big Band, Chor mit Jazzensemble, und Saxophonquartett. Er veröffentlichte bisher fünf CDs mit eigenen Projekten, als letztes im Frühjahr 2002 die CD “Elements” mit der Matthias Petzold Working Band.

Thiemo Kirberg studierte Jazzgitarre an den Musikhochschulen in Arnheim/Holland und Köln. Er spielt in verschiedenen Bands und Projekten in den Bereichen Jazz, Klezmer und Kleinkunst. Mit seinen eigenen Kompositionen hat er ein Soloprogramm entwickelt und leitet ein Trio, mit dem er die CD “Summer Me” veröffentlicht hat. (Eigene Homepage: www.thiemokirberg.de )

Nils Imhorst studierte an der Jazzabteilung der Folkwanghochschule Essen. Er spielt in zahlreichen Bands in Köln und im Ruhrgebiet und unternahm Tourneen mit verschiedenen Formationen in Europa, Mittelamerika und den USA. Er wirkte bei diversen Rundfunk- und CD-Produktionen mit, als letztes bei der CD “Konzert für Amor” mit der slowakischen Schauspielerin und Chansonsängerin Olinka Orphea. (Eigene Homepage: www.nilsimhorst.de )

 

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